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Cheffe meint: Wer auf Gelb setzt, sieht nur noch Rot

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Abonnenten, deren Hefte auch 11 Tage nach Anlieferung nicht zugestellt sind, verärgerte Webshop-Kunden, die (auch schon vor dem Streik) wochenlang auf Lieferungen warten mussten, ständige Preiserhöhungen und deutliches Überziehen der sogenannten Regellaufzeiten – das alles ist Normalität für jeden Unternehmer, der auf die Deutsche Post als Logistikpartner setzt (und nicht Amazon heißt).

In der derzeitigen Situation setzen wir schon seit Wochen auf andere Dienstleister. Doch für einen bezahlbaren Versand von Büchern oder Zeitschriften haben diese leider kein Angebot parat. Die auflaufenden Mehrkosten tragen seither wir.

Beschwerden über diese Zustände werden entweder monatelange gar nicht beantwortet oder, wie im jüngsten Fall, hiermit:

Ihre Sendungen befördern wir auftragsgemäß im Express-Logistik-Netz mit einer Regellaufzeit von 2 Tagen. Bei dieser Regellaufzeit handelt es sich um eine Sollzeit, jedoch nicht um eine garantierte Lieferfrist. Einflüsse wie derzeit die Auswirkungen der Streikmaßnahmen können zu Abweichungen von der Regellaufzeit führen. Trotz der aktuellen Streikmaßnahmen erreichen alle Briefsendungen den Empfänger. Leider können zeitliche Verzögerungen bei der Zustellung nicht ausgeschlossen werden. Die Deutsche Post unternimmt alle zumutbaren Anstrengungen, um die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten. Sollte es dennoch durch Verzögerungen in der Produktion oder Zustellung zu wirtschaftlichen Beeinträchtigungen beim Kunden kommen, ist die Haftung der Deutsche Post ausgeschlossen. Durch Streikmaßnahmen verursachte Schadenersatzansprüche sind nämlich ausgeschlossen, weil andernfalls die Kampfparität und damit die Funktionsfähigkeit der grundgesetzlich geschützten Tarifautonomie schwerwiegend beeinträchtigt wäre.

Dieses blöde Gerede, dass alle Sendungen ankommen, ist absoluter Quatsch. Damit hat sich das Unternehmen als seriöser Dienstleister nun endgültig disqualifiziert. Wir selbst erhalten seit mehr als drei Wochen nicht eine einzige Sendung per Post/DHL mehr – also nicht weniger Post, gar keine Post! Keine Briefe, keine Warenlieferungen, keine sonstigen Pakete. Und vielen unserer Kunden geht es ähnlich. Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen gehen langsam an die Substanz – von dem Ärger mit Euch, unseren Lesern und Kunden, ganz zu schweigen.

Und dann beruft sich ausgerechnet ein ehemaliges Staatsunternehmen, das die Tarifautonomie seiner Mitarbeiter auf das Heftigste untergräbt, im nun eingetretenen Schadensfall auf ebendiese? Wie dreist und unverfroren ist das denn?

Ich kann als Unternehmer nur hoffen, dass der Postvorstand an dem Mist, den er absondert, erstickt. Mehr Frechheit, Dreistigkeit, Lug und Trug geht wirklich nicht mehr. Unerträglich. Aber Hauptsache die Aktionäre sind zufrieden…

Stephan Fennel
Inhaber
MoTourMedia e.K.

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