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Reportage: Motorradurlaub mit Familie

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Jedes Jahr zur Sommerzeit stehen viele passionierte Motorradfahrer vor dem gleichen Problem: Sie würden gerne Motorrad fahren an den schönsten Tagen des Jahres, aber die Familie soll auch zu ihrem Recht kommen. Was darf’s also sein: Familienurlaub oder Familienkrise? Kurt Aschermann hat Frau und Sohn samt zwei bestens geeigneten Honda-Tourern gepackt und ausprobiert, ob sich Familien- und Motorradurlaub nicht verbinden lassen. Sein Fazit: Es geht… 

Die Frage zum Sommerurlaub war schnell geklärt. Wir fahren mit dem Motorrad durch die Berge! Wir, meine Frau, unser 13-jähriger Sohn und ich beginnen den Sommerurlaub mit dem Motorrad zu planen. Uns stehen zwölf Tage zur Verfügung.

Schnell steht auch unser erster Ausgangsort fest: Das Hotel Fernblick im 1438 Meter hoch gelegenen Ort Fiss in Österreich. Von dort sind Abstecher in die Schweiz und zu den angrenzenden Zielen in Österreich geplant. Als zweite Basis entscheiden wir uns für das Hotel Cristallo in Levico Terme, deutsch Löweneck, im Suganertal. Das liegt im Trentino im Norden Italiens und ist ein perfekter Startpunkt für Touren über den Kaiserjägerweg und zu weiteren tollen Zielen in dieser Region.

Zum Abschluss soll der Landgasthof „Zum goldenen Pflug“ in Umratshausen unser Ferienlager sein. Der Chiemsee, das Kaisergebirge und viele sehenswerte Ziele in den bayerischen Alpen liegen hier vor der Türe. Das Grundgerüst unserer Tour stand also.

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Im Hotel Fernblick, mitten im Ort Fiss, und nahe der Bergbahnen in die Fisser Bergwelt, erwarteten unsere Motorräder eine Garage mit allem was ein Motorrad(fahrer) so braucht. Auto und Anhänger fanden in einer anderen Garage einen hervorragenden Platz. Für uns hatten Silvia und Andi Haueis in Ihrem Hotel  eine großzügige, umfassend ausgestattete Ferienwohnung reserviert.

Nachdem alle und alles bestens versorgt waren, hieß es erst einmal eine kleine Eingewöhnungsrunde mit den Motorrädern drehen. Die stattliche Crosstourer erweist sich für Bastian und mich als eine tolle Tourenmaschine. Claudia war vor der ersten Fahrt mit der Honda NC 750 X und dem ungewohnten DHC-Getriebe sehr gespannt, wie sich ein Motorrad mit Automatik wohl so fahren lässt. Aller Bedenken zum Trotz hieß es nach kurzer Zeit: „Toll, die möchte ich immer fahren!“

Zum Frühstück gibt es im Hotel Fernblick, außer einem Buffet, das keine Wünsche offen lässt, auch den Tourenvorschlag des Tages. Da es über Nacht bis auf 1800 Meter hinab geschneit hatte, waren höhere Pässe kaum befahrbar. Eine Alternative wurde schnell gefunden. Es ging zum Klassiker der Region, dem Reschenpass. Von dort weiter in Richtung Meran und zum Gampenpass. Dort erwartete uns das beim Frühstück bereits angekündigte Regenwetter und wir fuhren auf ähnlichem Weg wieder zurück. Da wir als Familie unterwegs waren, mussten wir natürlich auch die Bedürfnisse eines 13-jährigen berücksichtigen. Ab einer Gesamtfahrzeit von 5-6 Stunden ist nämlich Schluss mit Lustig!

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Die zweite Tour führte uns dann von Fiss aus über die Piller Höhe und den Ort Oetz zum Kühtaisattel. Nach ein paar Kilometern in Richtung Sellrain bot sich in dem kleinen Ort St. Sigmund die Möglichkeit zu einer Pause. Danach ging es auf der gleichen Route wieder zurück nach Fiss.

Die dritte Tour führte uns über einen Abstecher nach Samnaun in die Schweiz und anschließend wieder zum Reschensee. An die höher gelegenen Pässe war immer noch nicht zu denken, obwohl die Schneefallgrenze auf 2000 Meter angestiegen war. Unsere stetigen Begleiter, Regen und Sonne in unterschiedlichen Abständen und Stärken, blieben uns weiterhin treu.

Bei einem Familienurlaub ist nicht jeder Tag mit Motorradfahren zu füllen. Claudia und Bastian erkundeten die für Familien idealen Möglichkeiten in der Fisser Bergwelt. Mit der Gästekarte kann man in den Sommermonaten in Fiss die Bergbahnen kostenlos nutzen und jeden Gipfel erklimmen. Die erste Seilbahn führte die beiden zum Sommer-Funpark Fiss. Dort hatte Bastian an verschiedenen Attraktionen seinen Spaß. Bevor es mit der nächsten Bergbahn zum Schönjoch hoch ging, rauschten Claudia und Bastian mit der Sommerrodelbahn rasant ins Tal.  Claudia hoffte auf einen schönen Ausblick vom Gipfelkreuz am Schönjoch, doch bereits kurz nach der Mittelstation der Schönjochbahn ließ der Nebel kaum noch Sicht zu. Schade! Also zurück zur Mittelstation. Von dort eine kurze Wanderung zur Sommerrodelbahn und eine zweite spaßige Fahrt ins Tal.

Ich hingegen bin kein Freund von Gondelfahrten. In der Zwischenzeit erkundete ich den Ort und hoffte auf trockenes Wetter um die Silvretta Hochalpenstraße zu befahren. Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt. Egal, das Wetter kann man eben nicht planen.

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