| Fluss-Fahrt in Ostbayern |
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Die Donau hat in Passau schon einige hundert Kilometer hinter sich. Auch der Inn ist dort alles andere als ein Jungspund. Für mich ist der historische Ort der Startpunkt für eine Fluss-Fahrt nach Süden, bis hinein in die Alpen bei Berchtesgaden. Ein Tourbericht aus ALPENTOURER 0902… Man möchte ein Vogel sein, hinunterschauen auf eine Landschaft, wo sich nicht nur drei Flüsse vereinen, sondern auch drei Farben. Die Donau, deren blaue Farbe schon Dichter beschrieben haben, der Inn, der vom Schmelzwasser der Gletscher grün gefärbt ist, und die schwarze Ilz, die ihre Farbe aus einem Moorgebiet mitgenommen hat. Mittendrin die Altstadt von Passau. Straßencafés und Geschäfte, Kirchen und Kultur. Am höchsten Punkt thront der Dom St. Stephan mit der größten Domorgel der Welt. Sicherlich keine leichte Aufgabe für denjenigen, der die knapp 18 000 Pfeifen abstauben muss. Die Kirche selbst mit ihrem römisch-katholischen Ursprung muss sich wohlfühlen in dieser Stadt, die ein schon fast südländisches Flair versprüht, gleichzeitig aber auch ein Hort bayerischer Tradition ist. Auf dem gegenüberliegenden Hügel leuchten die Mauern der Veste Oberhaus in der Spätsommersonne, unter denen die Ausflugsboote und Kreuzfahrtschiffe vorbeiziehen. Ich schaue einem der strahlend weißen Boote nach, das in Richtung Österreich tuckert, und mache mich auch auf den Weg. Mit einem Surren verkünden die Kolben der F 800 ST, nun arbeiten zu wollen. Ich gleite langsam über die Uferpromenade und gehe auf Alpenkurs. Die Heimat reicher KaufleuteNeuburg, ein paar Kilometer südlich von Passau, ist einer der kleinen Orte, in dem man gerne ein wenig bleiben möchte. Ein kleines Sträßchen führt an den dicken Mauern der Burg steil hinunter zum Inn. Ich bocke die BMW auf und setze mich ans Ufer, ziehe die Schuhe aus, lasse das Wasser des Flusses zwischen meinen Füßen hindurchstreichen. Einige Radler strampeln vorbei. Die Pedalritter haben einen großen Vorteil: Im Gegensatz zu den motorisierten Touristen dürfen sie direkt am Ufer fahren, während die Straße ein Stück oberhalb verläuft. Also nehme ich Abschied vom Wasser – zumindest vorläufig. Denn nachdem ich ein Stück entlang von Getreide- und Rapsfeldern gefahren bin, passiere ich das Ortsschild von Neuhaus am Inn. „Äußerst lohnend“ hatte mir ein Hamburger gesagt, mit dem ich in einem Café in Passau ins Gespräch gekommen war. Also verlasse ich die Bundesstraße und biege ab hinunter zur alten Innbrücke – und bin wieder am Wasser. Auf einer Felsinsel im Fluss bauten bayerische Herzöge vor über 600 Jahren ein Schloss. Damit sollte die wichtige Brücke geschützt werden, auf der die Händler den Fluss überquerten. Seit 150 Jahren gehört das prächtige Gebäude mit der rosa-weißen Fassade und den prunkvollen Giebeln einem Institut, dass einen höchst kuriosen Namen trägt: Institut der Englischen Fräulein.
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