Donnerstag, 18. März 2010

 

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Buell am Ende, MV vor Verkauf

Erik Buell, Gründer und charismatischer Chef des gleichnamigen Motorradherstellers, gibt auf. In einer bewegenden Video-Botschaft, die auf den Buell-Webseiten platziert wurde, teilt er seiner Fangemeinde mit, dass die Produktion der charakteristischen Bikes eingestellt wird. Über die wahren Hintergründe schweigt er sich allerdings aus. Es dürfte jedoch nicht allzu weit hergeholt sein, dass Harley-Davidson, unter dessen Schirmherrschaft Buell seit Anfang der 1980er Jahre operierte, angesichts der großen eigenen Probleme, in denen das US-Unternehmen seit Beginn der Wirtschaftskrise steckt, nun der kleineren Tochter den Geldhahn zugedreht hat.

Damit verschwinden einige der unverkennbarsten und charakterstärksten Motorräder der Welt vom Markt. Die letzten Exemplare, die noch in der Auslieferung oder bereits bei Händlern sind, werden abverkauft. Harley stellt dafür sogar weiterhin über seine Bankentochter Finanzierungen bereit. Service und Ersatzteilversorgung seien ebenfalls durch Harley sichergestellt, verlautet es auf einer FAQ-Seite zur Video-Botschaft. Auch Garantieansprüche bestehender oder neuer Kunden werden selbstredend honoriert, so die Information.

BUCHTIPP Zur Geschichte von Buell
Nach 26 Jahren verschwindet eine kreative Marke aus der Szene. Dabei wurde in 2008 noch Jubiläum gefeiert, mit dem passenden Buch von Whitehorse Press (nur in Englisch verfügbar). Es präsentiert die Meilensteine der Marke von der ersten Buell des Jahres 1983 bis zum aktuellen Jahrgang. Dazu gibt's spektakuläre Umbauten, Tuning-Tipps, Racing und vieles mehr. Ein Muss für alle Fans dieser Bikes.
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Weniger gut sind hingegen die Nachrichten für die – fast nur auf dem amerikanischen Markt aktiven – Rennsportler mit Buell-Gerät. Lediglich für die kommende Saison wird es noch Teile und Unterstützung geben, danach wird das gesamte Support-Programm eingestellt.

Die meisten Mitarbeiter von Buell in den USA werden zum 18. Dezember 2009 entlassen. Das ist dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht von Harley-Davidson zum dritten Quartal 2009 zu entnehmen. Darin sind auch die wahren Gründe für die Produktionseinstellung sichtbar: Zwar ging der Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres "nur" um gut 17 Prozent auf 3,57 Mrd. Dollar zurück, der Gewinn fiel aber um mehr als 70 Prozent auf nur noch 163,6 Mio. Dollar. Und das sehen die Aktionäre gar nicht gerne.

Neben dem Aus für Buell findet sich im Geschäftsbericht auch die Ankündigung, die zweite Fremdmarke, MV Augusta, umgehend zu verkaufen. Damit steht nun auch die Zukunft der zuletzt zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung erfolgreichen, weil technisch faszinierenden, Italo-Bikes erneut in den Sternen.

 
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