| Diskussion um Maut am Stilfser Joch spitzt sich zu |
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Nachdem vor wenigen Wochen bekannt geworden war, dass die Südtiroler Landesregierung mit Aufhebung der Wintersperre im Frühjahr 2012 nun doch die schon seit 2006 diskutierte Maut für die Stilfser Joch Straße einführen wird, regt sich vor allem im eigenen Land der Widerstand. Besonders der Hoteliers- und Gastwirteverband im Vinschgau reagiert erbost auf die Beschlüsse aus Bozen. Die Argumente des Gastgewerbes bleiben dieselben wie schon vor fünf Jahren: Auch andere Straßen werden aus Steuermitteln instand gehalten, warum also nicht diese? Und da es sich um eine vorwiegend touristisch genutzte Route handelt, sehen die Wirte eine Verlagerung des Verkehrs auf die Umbrailstrecke voraus. Das sehen auch die Anrainer im schweizerischen Münstertal so und fürchten nun noch mehr Verkehr durch ihr Gebiet fließen – immerhin ein ausgewiesenes Biosphären-Reservat. Auch sie zeigen sich wenig begeistert, zumal nur die Südtiroler Seite einseitig die Maut beschlossen hat. Von der Passhöhe hinab nach Bormio wird die wegen ihrer insgesamt über 80 Kehren auch bei Bikern so beliebte Strecke wohl abgabefrei bleiben.
Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder lässt sich davon nicht beirren. Nach Informationen aus der Landesregierung ist der Bau einer Mautstelle bei Trafoi über die nächsten Monate beschlossene Sache. Es soll aber ein Provisorium bleiben, da Südtirol ein Vignettensystem für das Stilfser Joch präferiert. Die Plaketten könnten dann vor Ort bei Hotels und Tankstellen erworben werden. Herausforderung mit beeindruckenden 87 KehrenDer höchste asphaltierte Gebirgspass Italiens ist gleichzeitig die Nummer Zwei in den Alpen. Die Verbindung zwischen Prad in Südtirol und Bormio in der Lombardei führt durch den gleichnamigen Nationalpark vor der spektakulären Kulisse der Ortlergruppe. Die rund 50 Kilometer lange Strecke weist beeindruckende 87 Kehren auf, 48 von Prad zum Scheitel, 39 hinab nach Bormio. Kurz nach der Passhöhe zweigt der Umbrailpass ins schweizerische Val Müstair ab.
Die Kehren sind teilweise extrem eng ausgeführt, flüssiges Fahren ist hier kaum möglich. Hinzu kommt im Sommer ein hohes Verkehrsaufkommen, das die Freude an diesem Pass durchaus trüben kann. Rund 1.800 Fahrzeuge am Tag nutzen die Ausflugsstrecke, an Wochenenden sind es auch gerne mal 2.500. In den vergangenen Jahren bis 2007 wurden 13,5 Mio. Euro in den Ausbau und Erhalt der Straße gesteckt, seither sind es jährlich immer noch 500.000 Euro. Und dennoch ist vor allem der Teil über der 2.000 Meter Marke in einem eher schlechten Zustand. Letzten Auskünften zufolge soll die Maut für Autos und Motorräder gleichermaßen je 5 Euro betragen. Für Einheimische und Pendler wird es eine Saisonkarte geben, Anrainer sind von der Maut ausgenommen. Wie denkt Ihr über die Maut? Diskutiert mit uns auf der ALPENTOURER Fanpage auf Facebook!
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