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Intermot 2020 abgesagt – das Ende der Motorrad-Messe?

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Intermot 2020

Nun hat es also auch die INTERMOT erwischt: Die alle zwei Jahre ausgetragene und zuletzt für ihr Konzept in die Kritik geratene Motorradmesse in Köln wurde für 2020 abgesagt. Ursprünglich sollte sie wie gehabt Anfang Oktober starten, vom 6. bis 11. Oktober mit zwei Fachbesucher- und vier Publikumstagen. Die Absage ist keine Überraschung mehr, hatten doch mit zunächst BMW Motorrad und wenig später auch KTM zwei der wichtigsten Aussteller und sicher die publikumsträchtigsten Zugpferde ihre Beteiligung für 2020 storniert.

Überraschend aber ist, dass die Kölnmesse als Ausrichter und der Industrie-Verband Motorrad IVM als ideeller Träger die Absage nicht nutzen, um Zeitpunkt und Konzept der Messe zu ändern. Beides war schon zur letzten INTERMOT 2018 kritisiert worden. Beobachter haben eigentlich damit gerechnet, dass die Messe neu aufgestellt würde, vielleicht als größte Regionalmesse mit einem riesigen Einzugsgebiet aus NRW, den benachbarten Bundesländern und weit nach Benelux hinein. Damit verbunden wäre auch eine neue Terminierung hin in Richtung Winter/Frühjahr notwendig, weil traditionell erst dann die Neuheiten der kommenden Motorradsaison gezeigt werden können.

Anscheinend behält man aber das bisherige Konzept bei und zeigt sich auch hinsichtlich einer geänderten Terminansetzung wenig aufgeschlossen. Als neuer Termin wurde nämlich bereits zusammen mit der Absage der 5. bis 9. Oktober 2022 angekündigt.


Ganz ohne Aktivitäten möchte es die INTERMOT in 2020 aber nicht belassen. Man setzt auf digitale Präsentation, weil man nach eigenem Bekunden „auch in diesem Jahr aktiv an der Seite ihrer Aussteller stehen und das wieder anlaufende Business der Motorradbranche unterstützen“ möchte. In Planung seien moderierte digitale Formate, die die Weltpremieren der Fahrzeughersteller für die Saison 2021, aber auch Innovationen und Branchen-News aus den Segmenten Teile, Zubehör und Bekleidung präsentieren. Nur waren die Premieren der letzten INTERMOT rar gesät. Die meisten Hersteller – allen voran BMW Motorrad, deren Chef Henning Putzke auch den IVM-Präsident ist – holten viele ihrer Highlights erst zur jährlich in Mailand stattfindenden EICMA aus dem Köcher.

Ob Europas größte Motorradmesse im November 2020 in Italien über die Bühne gehen kann, scheint angesichts der aktuellen Lage ziemlich unwahrscheinlich. Da bleibt es spannend zu sehen, wie das zu erwartende Digital-Battle zwischen den Messekonkurrenten in Köln und Mailand aussehen und ausgehen wird.

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Ein Kommentar

  1. Hallo Zusammen, ich kann das Problem mit Covid 19 verstehen und darum aus Sicherheitsgründen die Messe abzusagen. Gerade nachdem gestern bekannt wurde, das Grossveranstaltungen bis Ende Oktober abgesagt sind. Allerdings erst 2022 Präsenz zu zeigen ist für mich zu spät. Die Diskussionen die gerade um das Motorrad entstehen werden wir bei nicht ausreichender Präsenz bis 2022 verloren haben. Eine hier bekannte Partei in unserem Land NRW freut sich schon darauf, das Motorrad fahren demnächst am Wochenende ganz verboten wird. 2021 sind Bundestagswahlen und da gilt es vorher in Deutschland präsent zu sein.

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