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Keyless ride – und tschüss Motorrad!

BMW Keyless Ride

Nach den Automobilen setzen sich Keyless-Systeme auch an Motorrädern immer mehr durch. Vor allem europäische Hersteller wie BMW, KTM und Ducati sind hier wegweisend. Allerdings übernehmen sie derzeit auch die Macken solcher Systeme – vor allem die einfachen Missbrauchsmöglichkeiten.

Das Grundprinzip ist schlicht und am Motorrad eigentlich auch sinnvoll: Statt eines Zündschlüssels gibt es einen elektronischen Schlüssel, der eine Funkverbindung zum Motorrad herstellt. Dazu bedarf es üblicherweise einer deutlichen Nähe zum Fahrzeug. Dann kann ohne mechanisches Zutun der Lenker entriegelt, die Zündung eingeschaltet und das Fahrzeug gestartet werden.

So weit, so gut. Langfinger haben aber schnell – schon bei Automobilen – eine Sicherheitslücke entdeckt. Mit einem leicht zu bauenden Funkverstärker, dessen Zutaten in jedem Elektronikmarkt erhältlich sind, lässt sich das Signal eines Schlüssels auffangen und an die Maschine weiterleiten.

Das geschieht zum Beispiel gerne vor der eigenen Haustüre. Der Funkschlüssel liegt auf dem Küchentisch, das Motorrad ist sogar außer Sicht. Der Funkverstärker überbrückt die Distanz jedoch locker. Auch beim Bikertreff, dem Kaffeestopp etc. ist so ein Keyless Motorrad schnell „abgeschleppt“. Denn läuft das Fahrzeug erst einmal, ist keine weitere Funkmeldung des Schlüssels für den weiteren Betrieb nötig. Wegfahrsperre oder Alarmanlage sind so übrigens auch leicht zu deaktivieren.

Der ADAC hat aktuell die Modelle BMW R 1200 RS, Ducati Multistrada 1200 D-air und KTM Super Duke R getestet. Alle drei Maschinen mit dem gleichen Ergebnis: Mit dem selbst gebastelten Funkverstärker waren die Luxus-Bikes blitzschnell entwendet. Daher fordert der Club, „die Fahrzeugelektronik ebenso systematisch abzusichern, wie das in anderen IT-Bereichen längst Standard ist. Für Besitzer betroffener Bikes sollte es zudem möglichst rasch Abhilfe durch entsprechende Nachrüstungen geben.“

Bis dahin bleibt den Betroffenen nur, selbst alles zu tun, um Langfingern das Leben schwer zu machen. Der einfachste Weg: Zu Hause sollte ein Funkschlüssel nie in der Nähe von Fenstern oder Türen aufbewahrt werden. Das Motorrad gehört in eine abgeschlossene Garage oder wenigstens mit einem Bremsscheibenschloss zusätzlich gesichert. Ein solches ist auch unterwegs die erste Wahl, um Funkgangstern den Garaus zu machen…

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2 Kommentare

  1. Joerg genau auf den Punkt gebracht.
    Und immer ist der Kunde der Dumme

  2. Na ja, das gilt aber auch für alle anderen Fahrzeuge, die so ein System verwenden (vornehmlich Autos der Luxus Klasse). Und da ist das mit dem Anti-Diebstahl-System schon seid Jahrzehnten nicht verbessert worden. Es gilt den Hersteller in die Pflicht zu nehmen und nicht den Besitzer. Die Versicherungen werden bestimmt nix machen, denn für die ist es nur ein Durchlaufposten, da werden einfach die Prämien erhöht. Die Jungs vom ADAC sollten mal ganz ruhig bleiben, denn den Key-Less-Klau kennen die doch schon seit Jahrzehnten und haben NIX aber auch gar-NIX gemacht. In der Hinsicht ist der ADAC genauso überflüssig wie ein Kropf.

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