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Neue Verkehrsregelung am Sellajoch

Seit dem 23. Juli 2018 ist am Sellajoch in den Dolomiten eine neue Verkehrsregelung in der Erprobung. Sie gilt zunächst bis zum 31. August 2018. Nachdem im vergangenen Jahr die beliebte Passstraße an einem Tag in der Woche für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gesperrt blieb, haben sich Südtirol und das Trentino nunmehr darauf verständigt, die Strecke von montags bis freitags jeweils zwischen 9 und 16 Uhr für den Individualverkehr zu sperren. Das Wort Sperre kommt in dem Aktionsprogramm namens Dolomitesvives jedoch nicht vor. Hier ist vielmehr von einer aktiven Verkehrsregelung die Rede.

Was für reichlich Verwirrung sorgt, ist die Zahl der Ausnahmen. Zum einen können Feriengäste am Anreisetag das Sellajoch ohne Auflagen befahren, um zu Ihrer Unterkunft zu gelangen. Zum anderen sind eFahrzeuge, aber auch Reisebusse und der lokale Verkehr sowieso von der Regelung befreit.

Und letztlich haben auch alle anderen die Möglichkeit, selbst zu Sperrzeiten die betroffene Strecke zwischen der Kreuzung Miramonti im Grödnertal (SS242/SS243) bis knapp vor den Abzweig zum Pordoijoch (SS242/SS48) unter die Räder zu nehmen. Man muss sich nur rechtzeitig eine kostenlose Genehmigung, den Dolomitesvives Pass, holen, was in der App OPENMOVE oder über die Web-App app.openmove.com möglich sein soll. Dort allerdings ist es uns kaum gelungen, eine entsprechende Funktion zu finden. Aber viele Betriebe auf beiden Seiten des Sellajochs sollen die Genehmigung auch erteilen dürfen. Außerdem sind sie an speziellen Infopoints entlang der Strecke erhältlich – ein heilloses Durcheinander. Zudem ist die Zahl der täglichen Genehmigungen begrenzt und man muss sich ein exaktes Zeitfenster für die Auffahrt reservieren. Und natürlich geht das nur am Tag vor der Auffahrt …

Nun sind die Dolomiten in den Monaten Juli und August für Motorradreisende eh kaum zu empfehlen. In der Sommer-Hochsaison herrscht dort auch so schon genug Verkehr, da mag so etwas wie Fahrspaß kaum aufkommen. Es gibt in den Alpen ja reichlich Alternativen – selbst zu diesen Zeiten. 

Letztlich ist die neue Regelung in unseren Augen ein völlig wirrer Behörden-Aktionismus, der das Problem, das sicher angegangen werden muss, nicht bekämpft, sondern nur verlagert. Dann wird im Sommer eben vor 9 Uhr morgens oder nach 16 Uhr gefahren. Ist vom Licht auf den Bergen her eh schöner. Und ausgerechnet die Wochenenden, die sicher schon zuvor das größte Verkehrsaufkommen aufzuweisen hatten, werden durch die darauf Ausweichenden nun noch mehr belastet. Dolomitesvives ist also wohl kaum der Weisheit letzter Schluss!


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