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Sellajoch wird diesen Sommer immer mittwochs gesperrt

Stille am Sellajoch

Wegen der wöchentlichen Sperre am Sellajoch könnte es mit der Abendruhe bald vorbei sein. Denn ab 16 Uhr darf auch mittwochs wieder gefahren werden. Foto: Wolfgang Henne

Es soll ein Experiment sein – und hinterlässt schon jetzt einen gewaltigen Imageschaden für die Dolomiten: die Sperrung des Sellajochs an jedem Mittwoch im Juli und August zwischen 9 und 16 Uhr. Denn während Umweltschützer, das Landesamt für Mobilität und prominente Unterstützer wie Reinhold Messner sich über diesen ersten Versuch, Ruhe in die Berge zu bringen, freuen, sehen die vom Tourismus abhängigen Anrainer beiderseits der Passhöhe das naturgemäß anders.

Schon am ersten Sperrtag dieses Jahres, den 5. Juli, melden Hoteliers und Gastwirte Totalausfälle. Kaum mehr Tagestouristen haben sich in die Gegend verirrt, in der um diese Jahreszeit ansonsten Busse, Pkw und Motorräder um den Verkehrsraum kämpfen. Und während die Initiatoren noch feiern, werden bereits erste Pläne bekannt, die Sperrungen 2018 auch auf die weiteren Pässe der Region wie Campolongo, Grödnerjoch oder Pordoi auszuweiten. Damit wäre die legendäre Sella Ronda dann „endgültig gestorben“ lassen sich die Gewerbetreibenden der Region vernehmen.

Fußgänger, Radfahrer und alles, was elektrisch angetrieben unterwegs ist darf den Pass in diesem Sommer auch am Mittwoch nutzen. Extrembergsteiger Messner sieht schon die ganzen Dolomiten flächendeckend mit einem Tagfahrverbot versehen. Wenn der Schuss nicht mal nach hinten losgeht. Was, wenn zukünftig in den frühen Abendstunden alles über die Pässe schwirrt, was tagsüber nicht fahren darf? Problem verlagert, aber nicht gelöst.

Dass es in den Ferienmonaten im Herzen der Dolomiten oft zu hoch her geht, steht außer Frage. Wir glauben aber, dass der jetzige Ansatz nicht zu Ende gedacht ist. Einmal die Woche zu sperren wird nicht viel bringen. Wer fahren will, nutzt dann eben einen anderen Tag – an dem der Verkehr dann noch dichter wird. Die Proteste der einheimischen Hotel- und Restaurantbetreiber jedenfalls werden schon vernehmlicher – und das nach gerade mal dem ersten Tag mit Fahrverbot. Mal sehen, wohin das noch führt…

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4 Kommentare

  1. Meinst du die Dinger, auf denen man nur allein fahren kann und dann vor lauter Saftverlust am Pass stehen bleibt?

  2. Langsam wird es schwierig mit dem Motorrad herauszufinden wo und wann man noch fahren darf. Mindestens genau schlimm wie 70 km/h für Motorradfahrer – Autofahrer dürfen „heizen“.
    E-Motorrad ist nicht die Lösung, da keine Tankstellen vorhanden etc.
    Dabei sind doch genau genommen die Busse und Autos auf den engen Pass-Straßen das eigentliche Problem. Man sollte lieber Mautgebühren einführen. Das hält sicher auch den ein oder anderen permanent Pass Raser davon ab – sowohl Auto wie auch Bus und Motorrad.

  3. Da gehts um Mehr! Der Anfang ist gemacht… Und das wird sich dann nicht mehr aufhalten lassen. Zeit für ein E-MotoBike zu sparen 😉

  4. Da muss ich nach langem Nachdenken nun doch zustimmen. Es wird einige geben, die dann abends noch schnell ein paar Kurven mitnehmen. Oder sogar – in der Annahme, es fährt eh niemand mehr und es lässt sich gut heizen – auf den Abend warten.

    Und: wegen einer kurzen Sperre wird der Verkehr nicht abnehmen – genau das sollte eigentlich das Ziel der Maßnahme sein.

    Tja..

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